Header-Bild

SPD Plankstadt

Stellungnahme der SPD zur Geothermie

Aktuelles

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen unserer SPD-Fraktion möchte ich zum Thema Geothermie Stellung nehmen.

Die Nutzung von Geothermie wird von uns grundsätzlich als eine interessante Ergänzung im Rahmen der Energiewende gesehen. Sie kann – richtig eingesetzt – einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung leisten.

Trotzdem bewerten wir die tiefe Geothermie kritisch, insbesondere hinsichtlich Kostenwirkung, Verfügbarkeit regionaler Ressourcen, Umweltaspekte und Genehmigungsprozessen.

Dabei vertreten wir einen technologieoffenen, aber zugleich verantwortungsbewussten Ansatz.

Das bedeutet konkret: Wir setzen auf erneuerbare Energien, die schnell verfügbar, wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich breit akzeptiert sind – insbesondere Wind- und Solarenergie.

Gerade im Hinblick auf den Raum Schwetzingen/Plankstadt und die Lage in der Oberrheinebene ist die tiefe Geothermie besonders kritisch zu betrachten. Diese Region ist geologisch durch komplexe tektonische Strukturen geprägt. Tiefengeothermische Eingriffe können hier Spannungen im Untergrund beeinflussen und im schlimmsten Fall seismische Aktivitäten auslösen. Induzierte Erdbeben sind kein rein theoretisches Risiko, sondern in vergleichbaren Regionen bereits vorgekommen.

Hinzu kommen mögliche Auswirkungen auf das Grundwasser. Die Oberrheinebene zählt zu den wichtigsten Grundwasserreservoiren Mitteleuropas. Eingriffe in tiefe Gesteinsschichten bergen die Gefahr, natürliche Fließsysteme zu verändern oder Schadstoffe zu mobilisieren. Der Schutz unseres Trinkwassers muss jedoch oberste Priorität haben.

Neben diesen geologischen Risiken dürfen wir auch die sozialen Auswirkungen nicht unterschätzen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist ein entscheidender Faktor für das Gelingen solcher Projekte. Gerade dort, wo Unsicherheiten über mögliche Erdbeben oder Gebäudeschäden bestehen, entsteht schnell Verunsicherung. Viele Bürgerinnen und Bürger sorgen sich um ihr Eigentum und ihre Lebensqualität.

Zudem stellt sich die Frage der Gerechtigkeit: Oft tragen Anwohner die Risiken, während die Vorteile nicht unmittelbar bei ihnen ankommen. Ohne klare Beteiligung und transparente Kommunikation führt das zu Widerstand. Deshalb ist es unerlässlich, die Bevölkerung frühzeitig einzubeziehen und ihre Bedenken ernst zu nehmen. Die alleinige Information der Kommunen und ihrer Bürger ohne abschließende Entscheidungsgewalt ist nicht ausreichend.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Haftung. Für den Fall von Schäden muss die Haftung und deren Regulierung eindeutig geregelt sein. Unklare Haftungsfragen schaffen Unsicherheit und untergraben das Vertrauen in solche Projekte.

Auch wirtschaftlich ist Geothermie derzeit mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Hohe Investitionskosten, lange Planungszeiten und das Risiko, dass geologische Erwartungen nicht erfüllt werden, machen diese Technologie weniger planbar als andere erneuerbare Energien.

Vor diesem Hintergrund halten wir es für sinnvoller, unsere Ressourcen auf bewährte und schneller umsetzbare Technologien zu konzentrieren. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie bietet derzeit die größere Planungssicherheit, geringere Risiken und eine höhere Wirtschaftlichkeit.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Geothermie ist keine Technologie, die wir grundsätzlich ablehnen. Aber gerade im sensiblen geologischen und gesellschaftlichen Kontext in unserer Region ist ein besonders vorsichtiger Umgang geboten. Solange die Risiken – sowohl geologisch als auch sozial – nicht hinreichend geklärt und abgesichert sind sehen zum jetzigen Zeitpunkt erhebliche Gründe, diesem Antrag nicht zuzustimmen.

Vielen Dank.

Anja Kegler und Prof. Dr. Ulrich Mende

 
 
SPD-Rhein-Neckar
websozis
 

Unser Landtagsabgeordneter

Verlinkungsbild Daniel Born

 

Baden-Württemberg News

Die SPD Baden-Württemberg hat Isabel Cademartori und Robin Mesarosch als neue Landesvorsitzende gewählt. Auf Isabel Cademartori entfielen 87,8 Prozent der Stimmen der Delegierten, auf Robin Mesarosch 78,5 Prozent. Mit Isabel Cademartori (38) und Robin Mesarosch (35) steht künftig das jüngste Führungsduo an der Spitze einer Landes-SPD in Deutschland.

Bei der Mitgliederbefragung der SPD Baden-Württemberg zum Landesvorsitz haben Isabel Cademartori und Robin Mesarosch die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht. Auf Isabel Cademartori und Robin Mesarosch entfielen 56,5 Prozent der Stimmen, auf Dorothea Kliche-Behnke 24,5 Prozent und auf Carsten Lotz 16,9 Prozent. Dies gab der Wahlvorstand der SPD Baden-Württemberg am Dienstagvormittag im Rahmen einer Landespressekonferenz bekannt.

Die Carlo-Schmid-Stiftung hat am Freitagabend in der Aula der Universität Mannheim den Carlo-Schmid-Preis 2026 an die Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung ihren herausragenden Einsatz für Wissenschaft, öffentliche Aufklärung und den faktenbasierten gesellschaftlichen Dialog.

Nach Ablauf der Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen am gestrigen Sonntag stehen die Kandidaturen für den Landesvorsitz der SPD Baden-Württemberg fest. Für das Amt bewerben sich Isabel Cademartori und Robin Mesarosch als Doppelspitze. Zudem treten Dr. Dorothea Kliche-Behnke und Carsten Lotz jeweils mit Einzelkandidaturen an.

Verleihung des Carlo-Schmid-Preises an Prof. Dr. Maja Göpel
Freitag, 8. Mai 2026, 17:00 Uhr
Aula der Universität Mannheim

im Namen der Carlo-Schmid-Stiftung laden wir Sie herzlich zur 15. Verleihung des Carlo-Schmid-Preises ein.

Das Wahlergebnis vom 8. März markiert einen der bittersten Abende für die Sozialdemokratie in Baden-Württemberg. Klar ist: Wir brauchen eine echte Neuaufstellung und einen Weg, den wir gemeinsam gestalten. Wir laden euch ein, die Zukunft unserer Partei aktiv mitzuprägen.